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"Eine schöne Bastlerkonstruktion..."

Logo 50 Jahre Lenzlinger Doppelboden
   

Im Interview

Erste höhenverstellbare Doppelboden-Stütze aus Buchenholz mit einer Metallplatte aus Druckguss

Urs Lenzlinger

Eugen Nater

Heute: Mit Parkett belegter Doppelboden im Warteraum des Kundenbereichs einer Bank.

 

 

28. Mai 2010 - Urs Lenzlinger (78), damals in der Firmenleitung für das neue Produkt verantwortlich, und Eugen Nater (75), der als umtriebiger Verkäufer massgeblich zum Aufbau des Doppelboden-Geschäfts bei Lenzlinger beitrug, erinnern sich im Interview an die Pionierzeit für Doppelböden in den 60-er und 70-er Jahren.

Eugen Nater – 1960 erst seit einem Jahr in der Firma – erinnert sich: "Ich interessierte mich damals brennend für die neue Bodenkonstruktion, durfte aber nicht daran arbeiten, da ich eigentlich für andere Aufgaben vorgesehen war." Urs Lenzlinger ergänzt: "Das Ganze hat nicht mit einer zündenden Idee angefangen." Das Produkt Doppelboden, wie man es heute kenne, sei eher in einem evolutiven Prozess entstanden. Am Anfang sei ein Kundenwunsch gestanden. Es stellte sich die Frage, wie man einen erhöhten Boden erstellen könne, der sich wieder öffnen liesse. "Die Platten und die Klötze (Bodenstützen) kannten wir ja aus der eigenen Schreinerei". Eugen Nater meint rückblickend, dass die ersten aufwändig realisierten, höhenverstellbaren Konstruktionen aus heutiger Sicht natürlich "vergoldet" worden seien. Einer der ersten Kunden aus den Anfängen habe denn auch einmal vielsagend bemerkt: "Das ist aber ein schöne Bastlerkonstruktion!"

Die neuen Bodenkonstruktionen wurden anfänglich nur in Rechenzentren installiert. Nater berichtet, wie er damals von Uster aus bis nach Yverdon zu Paillard-Bolex (u.a. Hersteller der Hermes Schreibmaschinen) unterwegs war, um die neue Bodenlösung an den Mann zu bringen. Nach einer Tuberkolose-Erkrankung sei er einmal vier Monate zur Kur in Arosa gewesen: "Da habe ich mehrere Böden quasi aus dem Bett verkauft. Die Oberschwester bot mir ihr Auto an, um nach Chur zu fahren. Von dort ging's dann mit dem Zug weiter...".

Abenteuerliche Anekdoten wissen Lenzlinger und Nater auch zum Aufbau und Betrieb des Exportgeschäfts zu erzählen. Etwa als man im Iran den Auftrag erhalten hatte, mehrere Tausend Quadratmeter Doppelböden für ein Marineschulungszentrum zu liefern. Noch vor Abschluss des Auftrags kam es allerdings zum Regierungsumsturz. Das Material war bereits geliefert – die Doppelböden wurden aber nie installiert. Er sei froh gewesen, vor der Abfahrt der Camions auf einer peinlich genauen Abwicklung des Akkreditivverkehrs bestanden zu haben, meint Urs Lenzlinger. Nur so habe man in dieser Sache kein Geld verloren.

Lenzlinger schwenkt schliesslich auf die betriebswirtschaftliche Sicht der Dinge ein, ganz seiner damaligen Funktion entsprechend: "Entscheidend für den Erfolg war, dass wir die Böden nicht einfach als Produkt, sondern mit allen Details und fix fertig installiert angeboten haben". Auf diese Weise habe man als Problemlöser beim Kunden reüssiert. Mitte der 60-er Jahre sei er zum Schluss gekommen, im gesamten Unternehmen ausschliesslich auf handwerkliche Kompetenz und die damit verbundenen Dienstleistungen zu setzen. Konsequenterweise habe er vermehrt industriell geprägte Tätigkeiten wie die Parkettfabrikation, die Herstellung von Telefonstangen und die Sägerei aufgegeben. Pikanterweise habe durch den wachsenden Erfolg des Doppelbodens die industrielle Fertigung nur wenige Jahre später bei Lenzlinger wieder Einzug gehalten.

     
 
 

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